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Das Grahamstown National Arts Festival – für Anfänger

Der eigentliche Titel dieses Blogposts ist: Wie ich meinen Besuch beim National Arts Festival organisieren werde wenn ich einmal groß bin. 

Jedes Jahr in den Juli Schulferien findet in Grahamstown, einer Universitätsstadt am südafrikanischen Eastern Cape, das National Arts Festival statt. Dieses Jahr hat es am 29.6. angefangen und geht noch bis Sonntag den 9.7. 2017. Für mich ist das Festival der Zeitpunkt in meinem südafrikanischen Jahr, an dem ich mich mit Musik, Theater, Comedy, Diskussionen und Kunst aller Arten bevorrate. Ich tue das einem Eichhörnchen gleich, das Vorräte für den Winter sammelt. Ein Eichhörnchen das den Hunger kennt und fürchtet.

Das National Arts Festival in Grahamstown, oft auch nur ‚The Fest‘ genannt, findet an 11 Tagen über die ganze Stadt verteilt statt: an der Uni, in Kneipen, im Bowling Club, insgesamt an ungefähr 80 verschiedenen Orten. Egal ob du das National Arts Festival alleine, zu zweit, mit einer Gruppe von Freunden oder mit Kindern jeder Größenordnung besuchst: Wenn du Kultur liebst, dann liebst du das Festival, versprochen!

Ich war gerade für fünf Tage in Grahamstown und finde es ist Zeit für ein gewagtes Gedankenspiel: Wie würde ich meinen nächsten Besuch beim Festival vorbereiten wenn ich eine sehr strukturierte und wohlorganisierte Person wäre? Vorher musst du wissen:

Das National Arts Festival in Grahamstown ist: Das Beste. Es ist nicht zu verpassen, niemals nie! Falls du zum Beispiel in East London wohnst und gerade zufällig Zeit hast, dann musst du jetzt sofort nach Grahamstown fahren. However: Du lässt dich nicht von diesem Artikel davon abhalten. Versprich mir das, sonst schreibe ich nicht weiter. Danke. Hier geht’s lang. Geh‘ tanken, der Rest findet sich. Und wenn nicht, dann fährst du eben am Nachmittag wieder nach Hause.

Unterkunft – Mangelware! Ja, ich würde meine Unterkunft nächstes Mal rechtzeitig buchen, irgendwann im Januar. Festivalbesucher die in diesem Jahr eine Unterkunft haben die ihnen gut gefällt buchen diese oft schon vor der Heimreise für nächstes Jahr. Stattdessen spät im nächsten Jahr zu buchen, bedeutet deutlich mehr Geld auszugeben, weniger Komfort und teilweise lange Telefonsessions zu erdulden. Über Rooms for Africa und Air B’n&B sind online derzeit keine Unterkünfte mehr zu buchen. Man kann sein Glück aber zum Beispiel mit dieser Festival Hospitality Brochure versuchen: Vom Massenlager in der Schulsporthalle bis zur Game Lodge und der Privatwohnung eines Grahamstowners der für die Festivalzeit zu Muttern zieht ist alles drin. Wie gesagt: Das Meiste ist jetzt vermietet, aber weil in der Festivalzeit so unglaublich viele Menschen in Grahamstown sind, bewegt sich immer noch viel. Einfach anrufen, die Nummern der Tourist Ofices stehen auch in der Broschüre. Oder eine Tagestour machen. Oder sich am Meer in Port Alfred (57km) oder Kenton-on-Sea (59km) einmieten. Auf jeden Fall: Hinfahren, zum Festival!

Besorg‘ dir deine Programmbibel, get organised! Jaha, wenn, wenn, wenn, dann würde ich mir viele Wochen vor Festivalbeginn dieses wunderbare, bibelschwere Programmheft in einer Standard Bank Filiale besorgen. Dieses Jahr habe ich das wieder vergessen, meine Freundin aber nicht. Weil der Mann am Schalter der Standard Bank in Beacon Bay so rasend gut aussieht, ist sie gleich noch mal hingegangen und hat mir mein Programm geholt. Der Weg zur Standard Bank lohnt sich auf jeden Fall: Wegen des ausführlichen Programms. Der Mann ist schon vergeben.

Alles so schön bunt hier! Wie schön das wäre: Ich würde es mir mit einem Pott Kaffee zuhause gemütlich machen. Dann das Programmheft durchblättern und bei Google und You Tube den einen oder anderen Künstler auschecken. Einen groben Festivalplan machen und genug Raum darin lassen um auch noch die eine oder andere Show zu sehen die mir Leute vor Ort empfehlen. Nächstes Jahr würde ich das!

Mein Freund, die Festival App. Ich würde mir auch schon vor dem Festival die App herunterladen. Die gibt es für IPhone und Android, sie funktioniert super und ist selbsterklärend. Man findet die grundlegenden Informationen zur Show und kann ganz easy die Distanz zwischen eigenem Standort und der nächsten Location checken. Extragut: Das man in der App die Shows nach Datum, nach Genre oder nach Location sortieren kann. Kann keine Programmbibel.

 

Erstversorgung im Settlers Monument: In case you get lost, go to the Monument. Das ist quasi von überall aus zu sehen, aus historisch reichlich unerquicklichen Gründen, aber das ist eine andere Geschichte die zu einem anderen Zeitpunkt erzählt werden soll. For now: Vorne am Haupteingang rechts gibt es die Programmbibel und den handlichen, dünnen Festival Planner. Darin sind die beliebtesten Restaurants beschrieben, er enthält eine Grahamstown Straßenkarte in der alle 80 Locations zu finden sind und eine Kürzestübersicht aller Veranstaltungen. Tickets können dort gekauft werden, am Wochenende abends empfiehlt sich das auch. Wenn eine Veranstaltung nicht ausverkauft ist, kann man in der Regel 30 Minuten vor Beginn Tickets in bar vor dem jeweiligen Veranstaltungsort kaufen. Meistens beginnen die Shows sehr pünktlich und wenn die Tür zu ist dann ist sie zu.

Um 17 Uhr werden im Monument Shows angespielt, wird getanzt, gezaubert und musiziert. Die sogenannten Sundowner Concerts kosten keinen Eintritt und man kommt auf Ideen welche Show man unbedingt oder auf ganz und gar keinen Fall sehen möchte – das Spektrum ist riesig!

Folgt man der Nase, findet man auch ganz schnell den rasend guten Kaffee, frisch gebrüht von unseren East Londonern Hand Made Coffee people. Die Treppen runter und dann links ist eines der Cafés im Monument zu finden. Das Fynbos Cafe hat Leckereien wie Suppe, Curry, Samoosas, Brownies und, yeah! Auch Free WiFi. Das wiederum kann sehr hilfreich sein wenn man, aus welchen Gründen auch immer, nicht dazu gekommen ist die Punkte 1.), 3.) und 4.) zuhause abzuarbeiten. Und Teenager dabei hat, denen man dieses Jahr eine internet- und fernsehfreie Unterkunft zumutet.

Wir hatten eine tolle Zeit als Familie in Grahamstown. Wir haben tolle Shows gesehen und uns viel unterhalten. Kein Internet in der Unterkunft und keinen Fernseher, man glaubt es kaum: Wir haben sogar gelesen am Abend, in echten Papierbüchern, wie früher. Aber bei allem Spaß an Kunst und Kultur ist der Abend, an dem Free WiFi – Nutzung im Monument auf unserem Programm stand, unter den Highlights. Ja, wegen dem Daddeln, YouTuben und was auch immer man so dringendes im Internet erledigen muss. Aber auch, weil wir an dem Abend jemanden in Deutschland angerufen und zum Geburtstag gratuliert haben. Als wir angefangen haben zu singen, schwoll der Chor der Sänger sofort von vier auf viele an: Im Monument singt man nicht alleine, da singen alle mit. Südafrika eben. Festival eben. Ich liebe es. Du bestimmt auch. Vielleicht weißt du es nur noch nicht. Dann fahr‘ hin und finde es raus: Ich wünsche dir viel Spaß dabei!

Das Festival ist auch hier zu finden:

Website: www.nationalartsfestival.co.za

Facebook: www.facebook.com/nationalartsfestival

Twitter: @artsfestival    #NAF17

Instagram: @nationalartsfestival

 

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