Alle Artikel in: East London

Tag 42 von 42 – Die Antwort ist die Antwort ist die Antwort.

  Seit wenigen Tagen ist er da, der Tag 42, und so langsam habe ich jetzt auch kapiert was los ist: Ende 2017 gehen wir vier nach Bremen, der Scooperhund kommt mit. Er sagt zwar, ohne Strand schmecke ihm auch der beste Smoothie nicht. Aber nu‘, wer kann sich schon immer nach dem Hund richten.     Seit Monaten warten wir nun darauf, dass der Job, der dem Göttergatten in East London versprochen wurde, endlich real wird. Ich erinnere mich, wie ich im September im Discounter von dem potenziellen zukünftigen Arbeitgeber meines Mannes von der Nachricht überrascht wurde, mein Mann könne nun mittlerweile zwischen zwei attraktiven Stellen wählen, an denen er dringend gebraucht würde. Ich wäre schon damals, zwischen butternut, potatoe und Ananas, fast in Tränen ausgebrochen. Zu oft schon schien der jeweilige Job zum Greifen nahe, nur noch diese eine Sitzung, nur noch diese eine Unterschrift, gleich, bald, nächste Woche, ganz bestimmt, dass klappt, das Projekt wird auf jeden Fall etwas. Es wurde nichts.     Es fühlte sich monatelang so real an, so nahezu …

41.3 von 42 – Was ich vermissen werde. Würde. Werde.

Am Samstag Morgen spontan mit der Teenietochter im East Londoner Toast Deli haltmachen. Mit dem Lemon Meringue Pie liebäugeln, der im Café unter so einer hübsch altmodischen Tortenabdeckung aus Glas thront. Erst mal durch die angrenzende Boutique schlendern: Nur gucken, nix kaufen. Das ist schwer, da ist dieser Wandspiegel mit einem Roholzrahmen, der aus Paletten gebaut wurde, grandios. Sommerkleider, Silberschmuck aller Arten: zart, exzentrisch, mit Glitzer und mit ohne. Aber wir schaffen es, kaufen nix. Nichts außer dem Lemon Meringue, einem Zitonenpie mit riiiiiesigem, fluffy Eischneetopping. Es ist einer der besten Lemon Meringue in East London und definitiv der Frischeste: Der Boden von dem süßen Schätzchen ist an diesem Samstag Vormittag noch warm! Dann durch den Hintereingang des Cafés im Outdoor Blumenladen landen und sich von des Töchterchens Begeisterung für kleine Kois anstecken lassen. Crazy Pflanzenkreationen und weltweit gültige Gärtnerlebensweisheiten entdecken. Durchatmen. Sich am Sonnenschein freuen, er wird nicht bleiben, der Rest des Tages bringt Gewitter, Sturm, Regen. Aber jetzt, jetzt ist es sommerlich warm. Und grün in allen Varianten.           …

Tag 41.2 von 42 – Plaudertaschentagebucheintrag. Und ein Plan.

  Die Ferien sind fast vorbei. „Und, was habt ihr so gemacht?“ „Nichts.“ Das ist natürlich Quatsch. Wir sind in den zehn Tagen Frühlingsferien nicht weggefahren, soweit stimmt es. Was aber habe ich gemacht, lass‘ mal überlegen, was mir da so einfällt.     Ich war, nach einer ewigen Winterpause, wieder zum Sporteln im Gym. Und ein Mal beim 5 km Parkrun. Dazu drei Mal beim Pilates und viel zu wenig mit dem Hund am Strand. Das wird der, ohne zu zögern, jederzeit bestätigen. Außerdem habe ich in einem Tagesworkshop gelernt, wie man mit Annie Sloan Farben malt. Und sofort angefangen alles anzumalen, was mir im Weg steht. I love it!     Ich hatte Besuch von meiner Freundin Nita, mehrfach. Ihr Herd war kaputt, sie hat sich stattdessen vegan in meiner Küche ausgetobt. Leider ist ihr Herd jetzt wieder heile.     Ha, ich habe es geschafft, ohne Grillanzünder und ohne den Göttergatten einen spontanen Grillabend zu zelebrieren. Ich wollte das nicht, ich war müde und ich grille nie. Ich lasse grillen. Und es …

Tag 41.1 von 42 – Expatstatus: Es bleibt kompliziert

Aber die Tatsache das wir familiäre Unterstützung haben macht es viel einfacher. Deshalb können wir es uns erlauben, die Zeit des should-we-stay-or-should-we-go-now noch ein ganz klein wenig zu strecken. Treffen heute noch keine Entscheidung, wo wir im Dezember leben. Einer der Gründe: Nach dem Platzen des ersten versprochenen Jobs für den Mann steht immer noch eine zweite Joboption im Raum. Schaun wir mal. Dann sehen wir schon. Der Mann und ich, wir bewerben uns währenddessen beide auf Stellen in Deutschland. Ich zurzeit nur in Bremen, er deutschlandweit. Gleichzeitig halten wir, ein wenig uninspiriert, Ausschau nach einer Gastfamilie, bei der der 16 jährige Sohn von Januar bis November 2018 sein Abiturjahr in East London am Merrifield College verbringen kann. So ganz gerne geben wir den Sohn gar nicht her. Aber er findet das unproblematisch, da will man ja nicht helikoptern. Überhaupt haben wir beschlossen, dass wir jetzt aufhören, uns so schrecklich viele Sorgen um alles zu machen. Der Mann und ich, wir haben uns die Freiheit gegeben, dass wir ab sofort jederzeit entscheiden dürfen nach Deutschland …

Tag 39 von 42 – Termin! #EastLondon #TopsAndTags #Wheelchair #Recycling

In letzter Zeit muss ich ja immer solche Sachen machen. Zum Beispiel in der erst halbwegs gemütlichen neuen Wohnung blöde Behälter aufstellen, in denen irgendwelcher Plastikmüll einer unklaren Zukunft harrt. Weil: die Tochter und ihr Eco Club am Merrifield College. Warum und wofür wir diesen Plastikmüll mietfrei in unserer Küche wohnen lassen, das war mir lange unklar. Aber was tut man nicht alles. Dem Sohn zuhören was in der Welt- und der Deutschlandpolitik komplett falsch läuft und wie man alles besser machen könnte, wenn man es nur endlich richtig machen würde. Der Tochter beim Sammeln obskuren Mülls helfen. Kann ich.   Dann hatte ich kürzlich so ein Aha Erlebnis. Ich stand bei PnA, einem Büroartikelladen in Nahoon. An der Kasse dort wurde so ziemlich der gleiche Plastikmüll gesammelt wie in meiner Küche: bottle tops und bread tags, also Flaschendeckel und diese kleinen, weißen Dinger, mit denen die Brottüten zugemacht werden. Da habe ich mal eben nachgefragt, was es damit auf sich hat, und bin bei PnA offensichtlich an die genau richtige Adresse für meine Frage …

Tag 38 von 42 – Hier und Jetzt und das ganze Dazwischen

  Der Lieblingsmann flitzt durch die Republik, die deutsche, und trifft wichtige Leute, er sucht seinen zukünftigen Job. Nicht irgendeinen Job, sondern einen Job der die Welt verbessert, vor allem in Sachen Klimaschutz. Im Job suchen ist er gut, zum Glück nicht nur im Suchen, sondern auch im Finden. Aber noch ist nix fix, noch ist alles offen. The future is sowas von unwritten, es ist kaum auszuhalten.     Ich gebe derweil hier in East London weiter die Mutter, Hausfrau und Kindertaxifahrerin. Die dringend wissen will, was denn nun als Nächstes kommt: wieder ein Umzug? Hierbleiben? Man weiß es nicht und man weiß nicht was man sich wünschen soll. Und ob man sich mit der Wünscherei nicht nur unglücklich macht. Man hat es einfach nicht wirklich in der Hand. We follow the job, mainly. Das hier sind die wahrscheinlichsten Optionen (Übrigens: Ihr müsst das nicht lesen, gell. Könnt einfach die Bilder anschauen. Ich muss nur mal meinen Kopf klarkriegen. Aufschreiben hilft dabei.): 1.) Zurück in unser schönes Haus in Bremen gehen, zu bekannten Wegen, …

Tag 35 (und 36 und 37) von 42 – Late for church today…

Nein, auf dem Fußweg vom Bonza Bay Parkplatz zum Meer darf man nicht mit dem Auto fahren. Doch, die Insassen sind bei dem Unfall glimpflich weggekommen, das haben mir die Polizisten vor Ort versichert. Ja, wenn man trotz Fahrverbot mit dem Auto nachts an den Strand fährt, dann hat man eine wahnsinnstolle Aussicht. Nein, man bleibt bei der Rückfahrt nicht unbedingt im Trockenen. Vor allem dann nicht, wenn man diesen kleinen Knick im Fußweg übersieht. Jepp, die Schadenfreude am Unfallort schlug hohe Wellen. Ich glaube nicht zuletzt, weil alle das Gleiche dachten wie ich: Das hätte mir auch passieren können. Vor zwanzig Jahren oder so. Nachdem der Kofferraum dann endlich leer getrunken war. Was passiert, wenn Leute betrunken Auto fahren, ist meistens kein Joke in Südafrika. An diesem Sonntagmorgen in Bonza Bay war es einer. Mein Lieblingssatz von einem der kichernden, südafrikanischen Passanten: „Somebody will be late for church today…“ In diesem Sinne wünsche ich ein schönes, für uns in Südafrika drei Tage langes, Wochenende! PS: Montag blogge ich nicht, da feiern wir hier Heritage …

Tag 34 von 42 – Rolling for World Rhino Day!

Hey, dass mit den Rhinos, also den Nashörnern, was für ein Thema! Damals in Deutschland wusste ich noch wenig darüber, dass die beeindruckenden Dickhäuter wegen ihres Horns so sehr gejagt werden. Manche Rhinoarten sind schon ausgestorben und auch das Aussterben aller Rhinos droht. Ihr einzigr Feind: Menschen. In Südafrika ist das Thema sehr sichtbar, zum Beispiel an den Schulen: Gegen eine Geldspende bekommen die Kids einen Sticker, der anzeigt, das man den Rhinoschutz unterstützt. Mit dem Sticker darf man heute, am World Rhino Day, in Alltagskleidung zur Schule kommen, muss also die sonst obligatorische Schuluniform nicht tragen. Eine gängige und wirksame Form, landesweit Aufmerksamkeit und Geld für ein Thema zu bekommen und immer wieder über Tag daran erinnert zu werden: Warum tragen die Schüler keine Schuluniform? Ah, natürlich: It’s World Rhino Day!     Das Kernproblem der Rhinos: Männer mit Potenzängsten Sorry to say, aber im Groben würde ich zusammenfassen, dass derzeit die größte Gruppe der Problemverursacher steinreiche Männer sind, die in irgendeiner Weise um ihre Potenz bangen. Dem Rhinohorn werden alle möglichen Wunderwirkungen angedichtet. …

Tag 33 von 42 – Sonne zum selber machen

Ich habe Farbe versprochen, hier kommt die Farbe! Heute gab es auch wieder Sonnenschein in East London und ich konnte meine gute Laune produzierenden Solarzellen im Hirn wieder aufladen. Wenn die Sonne aber mal wieder nicht scheint, und ja, wir brauchen dringend Regen in unserem schönen Eastern Cape, dann kann man ja auch mal versuchen, sich selber gute Laune zu basteln. So ein richtiger DIY-Mensch bin ich allerdings nicht. Ich wäre es gerne, ich mag es kreativ zu sein, ein Ergebnis in Händen zu halten. Aber dann ist da immer so viel anderes. Und Internet. Trotzdem, die Kreidefarben von Annie Sloan haben es mir angetan, ich habe sie schon vor zwei Jahren auf dem East Londoner Avalon Market kennengelernt und dann vor einigen Wochen wieder jemanden getroffen, der sie mir wärmstens empfohlen hat. Der Gang zur einzigen zertifizierten Verkaufsstelle der Farben in East London war jetzt einfach mal dran, besser spät als nie. Ich wollte dann nur eben-mal-kurz reinschauen bei Fabulous in Bera, aber hey, das hat nicht geklappt. Homedecor und Geschenkartikel verkaufen sie dort, …

Tag 32 von 42 – Göttergatte? Fehlt mir!

Eigentlich wollte ich heute etwas Farbenfrohes gegen das Grau in Grau des East Londoner Bremenwetter posten, aber nu, das wird jetzt wohl nix mehr. Stattdessen habe ich ein paar Stunden mit meinem Openview HD Gerät verbracht, das mir Digitales Satellite TV verspricht, kostenfrei. Eigentlich eine klasse Sache, wenn es klappt. Würde ich die Geschichte der letzten Stunden erzählen, dann kämen darin sehr viele Kabel vor, Glücksmomente wenn der TV mit mir spricht, Verzweiflungsminuten wenn er plötzlich damit aufhört, Hoffnungsglimmer und Enttäuschungsrauch. Aus meinen Nüstern. Aus welchen Gründen auch immer hat meine Hütte hier zwar eine dicke, fette Satellitenschüssel und lauter hübsches, dazugehöriges Gekabel aus der Wand hängen, kann aber auf diesen Kabeln nix empfangen. „You habe 0 TV Channels. You have 0 Radio Channels.“ Und ich arme Strohwitwe habe derzeit 0 Ehemänner an meiner Seite, die Schuld daran sein könnten, dass das alles nicht klappt. Schade, weil: Das ist manchmal auch ganz schön am verheiratet sein, habe ich heute so gedacht. Du fehlst mir Göttergatte, merkste, ne? Ist einfach auch nett, wenn man im Zweifelsfall …